Vom Wert, sich selbst zu lieben

 

 

 

 

 

Ein gutes, stabiles Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstliebe sind Voraussetzungen, innere Stärke zu entwickeln. Die Grundlagen für diese Kompetenzen werden in der Kindheit gelegt. Doch wie geschieht das? Und was können Eltern tun, um ihre Kinder zu stärken?

 

Text: Claudia Landolt

Bilder: Salvatore Vinci / 13 Photo 

 

 

Maurice liegt wach. Er kann nicht einschlafen. Der zehnjährige Junge fürchtet sich nicht vor Monstern, die unter seinem Bett lauern könnten – nein, ihn plagen Selbstzweifel. Er sorgt sich, dass er für den morgigen Test nicht genug gelernt hat. Und hat Angst, dass er beim Mannschaftsspiel am Wochenende schlecht spielen wird. «Maurice war schon als kleines Kind ängstlich und voller Selbstzweifel», erklärt seine Mutter. «Er sagt oft, er wünschte, er wäre ein beliebterer, besserer Bub.»

 

Ganz anders Anastasia. Die gebürtige Ukrainerin ist vor acht Jahren in die Schweiz gezogen. Sie sprach kein Wort Deutsch. Jetzt besucht die 14-Jährige das Langzeitgymnasium und engagiert sich in ihrer Freizeit für den Klimaschutz. Sie sagt über sich: «Natürlich mäkle ich manchmal an meinem Aussehen herum oder rege mich über eine schlechte Note auf. Aber eigentlich finde ich mich gut so, wie ich bin.»

 

Der Junge, der an sich zweifelt, das Mädchen, das an sich glaubt: Wie kommt es, dass ein Kind meint, es genüge nicht, während das andere grundsätzlich mit sich und der Welt zufrieden ist?

 

Die Antwort liegt in einer Kompetenz, die die Psychologie als «Selbstwert» bezeichnet. Wir Laien nennen es Selbstliebe. Gemeint ist die Balance zwischen dem «Sich-selbst-Mögen» und dem «Sich-kompetent-Fühlen» beziehungsweise «das subjektive Empfinden seines eigenen Wertes, die Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit, die Zufriedenheit mit sich selbst», wie es der US-Psychologe Morris Rosenberg 1965 definiert hat.

 

Wie entsteht diese Wertschätzung für sich selbst? Ist sie angeboren oder entwickelt sie sich im Laufe der Kindheit? Welche Faktoren beeinflussen diese Entwicklung? Was passiert, wenn der Selbstwert niedrig ist?

 

Mit diesen Fragen setzt sich unser Dossier im Magazin 12/2019 auseinander, aus dem dieser Text stammt. Es geht ausserdem der Frage nach, was Eltern tun können, um das Selbst ihrer Kinder zu stärken. Und versucht zu eruieren, ob und in welcher Weise Noten und Schule das kindliche Selbstwertgefühl beeinflussen. 

 

Eigenliebe statt Selbstliebe

 

Klären wir zuerst die Begrifflichkeiten. Selbstliebe scheint das Wort der Stunde zu sein. Das Hashtag #selbstliebe fluten Instagram mit 510'000 Einträgen - Tendenz ständig steigend. Wie wird Selbstliebe dargestellt? Als lächelndes Selfie, mit einem Cappuccino in der Hand, in dessen Milchschaum ein Herz gezeichnet ist. Ein Blick in den Schweizer Bibliotheksverband offenbart ähnlich Triviales. Zu Hunderten finden sich dort Bücher mit rückhaltlos bejahenden Titeln wie: «Das Kind in dir muss Heimat finden», «Heirate dich selbst!» oder «Gesundes Ego, starkes Ich».

 

Das hat mehr mit Eigenliebe denn mit Selbstliebe zu tun. Eigenliebe steht für einen wenig schmeichelhaften Persönlichkeitszug: den Narzissmus. Narzissmus ist die Sucht nach sich selbst. Das Bestreben, sich selbst Liebe zukommen zu lassen. «Ich, icher, am ichsten», beschreibt der österreichische Psychiatrie-Chefarzt Reinhard Haller in seinem Buch «Die Narzissmusfalle» das narzisstische Credo. «Der Narzisst braucht den Applaus wie ein Süchtiger die Droge», erklärt Haller, «er ist durch und durch abhängig von der Bewunderung durch seine Umgebung.»

 

Selbstliebe hingegen ist weit entfernt davon: Wer sich selbst liebt, so sagt die Psychologie, akzeptiert seine eigene Persönlichkeit mit all ihren Facetten. Ein Mensch, der sich wirklich selbst liebt, kann sich unabhängig von äusserem Applaus annehmen, so, wie er ist – vor allem in schwierigen Zeiten. Man spürt intuitiv: Davon geht die Welt nicht unter, denn ich bin ja grundsätzlich in Ordnung.

 

Die Entstehung des «Ich»

 

Wie aber entsteht dieses Gefühl? Es bedingt zunächst, dass man ein Bild von sich hat. Dieses Bild wiederum wird von drei Faktoren beeinflusst: Erstens von der Vorstellung, wie man auf andere wirkt. Zweitens von der Vorstellung, wie man von anderen bewertet wird. Drittens von den eigenen Gefühlen, die man zu dieser Bewertung entwickelt. All das bedingt, dass ein Mensch sich als Person, als «Ich» wahrnehmen kann und in der Lage ist, seine Handlungen und Gedanken zu reflektieren. Dies vollzieht sich in einem Prozess, der mit der Geburt beginnt.

 

Ein Kind wird nicht als Persönlichkeit geboren. Es erblickt die Welt als sogenannter Genotyp, als Träger genetischen Materials, das ihm von seinen Eltern mitgegeben wurde. In den ersten Lebenswochen empfindet sich das Kind noch nicht als eigene Person, sondern als ganz eins mit der Mutter.

 

Gleichzeitig macht es die Erfahrung, dass sein Verhalten etwas bewirkt: Wenn es schreit, wird es beruhigt, wenn es Hunger hat, genährt, wenn es die Bezugsperson anlächelt, lächelt diese zurück. Diese Antworten spiegeln das kindliche Verhalten. Es sind die allerersten Erfahrungen, die das Kind in Bezug auf seine eigene Person macht.

 

 

 

Wer sich als Kind angenommen fühlt, hat gute Chancen, ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln.

 

 

Im Austausch mit dieser Umgebung entwickelt sich der Phänotyp des Kindes, der beobachtbare Ausdruck des Genotyps, der sowohl die körperlichen Merkmale als auch das Verhalten einer Person umfasst. Die elterlichen Antworten auf der Gefühlsebene sind für das kleine Kind die Basis, aus der sich sein Selbstwertgefühl und seine Selbstachtung speisen. «Wenn es gut läuft, erfahre ich als Neugeborenes, dass mich meine Eltern liebevoll anschauen und umsorgen», erklärt die Schweizer Psychotherapeutin Verena Kast. Diese Erfahrung des Sich-gut-Fühlens, Beachtet-Werdens, Gewollt-Seins speichert das kleine Kind als sogenanntes Grundvertrauen ab.

 

Und dann der grosse Moment: Das Kind entdeckt sich als Person. Es sieht in seinem Spiegelbild nicht mehr einen potenziellen Spielpartner, sondern weiss: Das bin ich! 

 

 

«Das Ausmass an Wertschätzung, die dem Kind in den ersten sechs Lebensjahren zuteil wird, ist der wichtigste Faktor fürs spätere Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.» 

Ulrich Orth, Professor für Entwicklungspsychologie

 

Fortan wird das Kind selbständiger, lernt laufen, selbst essen, sich anziehen. Diese Erfahrung kann es nur machen, wenn es Zutrauen in seine Handlungen und gleichzeitig Vertrauen in seine Person hat. «Dieses Vertrauen ist nur möglich, wenn es den Eltern gelingt, dem Kind Wärme, Schutz, Trost, Fürsorge und Geborgenheit zu schenken, es in seinen autonomen Bestrebungen zu unterstützen und in seiner kognitiven und sozialen Entwicklung zu fördern», sagt Ulrich Orth, Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Bern.

 

Um es in einem Satz zusammenzufassen: «Das Ausmass an Wertschätzung, die dem Kind in den ersten sechs Lebensjahren zuteil wird, ist der wichtigste Faktor fürs spätere Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.»

 

Das Kind sollte von seinen Eltern vermittelt bekommen: «So, wie du bist, bist du gut und gewollt.» Wenn es diese Gewissheit hat, ist es auch nicht schlimm, wenn Eltern hin und wieder aufbrausen oder ärgerlich reagieren, weil das Kind wiederholt zu spät nach Hause kommt, sein Zimmer nicht aufräumt oder ausgiebig mit dem Geschwisterkind streitet. Dies zerstört nicht sein Grundvertrauen.

Auf die sozialen Beziehungen kommt es an

Die Gewissheit, auf die Unterstützung seiner Bezugspersonen vertrauen zu können, gehört zu den wichtigsten Ressourcen eines Kindes. In einem emotional positiven Erziehungsklima mit Erwachsenen, die einen konstruktiven Umgang mit Belastungen vorleben, kann es Erfahrungen von Sicherheit, Struktur und Sinnhaftigkeit machen. 

 

Sein Selbstwert ist in permanenter Entwicklung: Von den eher unbewussten Erfahrungen im Kleinkindalter erweitert es diese mit anderen Personen, mit Kollegen, Nachbarn, Babysittern. Freunde sind prägend und werden spätestens in der Pubertät zum wichtigsten sozialen Einflussfaktor. «Insgesamt wissen wir aus vielen Studien, dass soziale Beziehungen der bestimmende Faktor für den Selbstwert sind. Sie sind wichtiger als Leistung, Noten, Beruf oder Prestige», sagt Ulrich Orth.

 

Wie wichtig sie sind, wissen wir aus eigener Erfahrung. Welcher Erwachsene leidet nicht, wenn er in der Liebe einen Korb bekommt? Und welches Kind ist nicht enttäuscht, wenn es nicht an eine Geburtstagsparty eingeladen ist? Diese Notwendigkeit des «Dazugehörens» beruht auf evolutionsgeschichtlichen Notwendigkeiten: Sozial integriert zu sein hatte in frühen Menschheitskulturen eine überlebenswichtige Bedeutung, der Ausschluss aus der Gemeinschaft war eine existenzielle Bedrohung. 

 

Äusserungen Dritter prägen die kindliche Selbstakzeptanz

«Soziale Zurückweisung senkt das Selbstwertgefühl, das Gefühl, gut integriert zu sein, hebt es», schreibt der US-Psychologe Mark Leary in einer viel beachteten Studie. Leary sagt auch, dass nach erlebter Zurückweisung in der Regel alles getan werde, um die Akzeptanz der anderen wiederherzustellen.

 

Aber: Während der Regulierungsprozess bei den meisten Menschen gut zu funktionieren scheint, zeigt sich bei Personen mit niedrigem Selbstwertgefühl, dass diese häufig mit sozial ungünstigen Verhaltensweisen reagieren, die nicht hilfreich sind, sondern die Schwierigkeiten eher verstärken. So neigen sie zum Beispiel dazu, die zurückweisenden Personen als wenig sympathisch zu bewerten, oder zweifeln deren ­Kompetenz an. Auch tendieren sie dazu, sich sozial noch mehr zurückzuziehen.

 

Gerade bei Kindern spielen für die Entwicklung der Selbstakzeptanz Äusserungen durch Dritte eine grosse Rolle. Sie können diesen Bewertungen ihrer Person (noch) nicht ausweichen oder sie einordnen. Hinzu kommt: Jedes Mädchen, jeder Bub ruft mit seinem Wesen und Verhalten bestimmte Reaktionen hervor. Diese lösen beim Kind je nach Art der Bewertung positive oder negative Gefühle aus. 

 

Auch die Häufigkeit, mit der das Kind mit negativen Bewertungen konfrontiert wird, spielt eine Rolle. «Impulsive Kinder zum Beispiel hören häufiger Äusserungen wie ‹Nein›, ‹Lass das› oder ‹Pass auf› als zurückhaltende Kinder», erklärt Urs Meier, Heilpädagoge und Lehrbeauftragter an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in Zürich. Diese Wertungen speichert das Kind in sich ab.

 

Je älter das Kind wird, desto zahlreicher werden seine Erfahrungen mit diesen Bewertungen. Es sucht sich dann in der Regel Felder aus, die seiner Begabung, seinen Interessen, seiner Persönlichkeit entsprechen – und in denen es Erfahrungen sammeln kann, die seinen Selbstwert stärken. So haben die Gene Einfluss auf unser Leben, definieren aber letztlich nur einen Raum von Möglichkeiten, in dem wir uns befinden. Der Rest hängt von individuellem Verhalten, eigenen Entscheidungen und Anregungen aus dem Umfeld ab.

 

«Das habe ich vorher noch nie versucht.

Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.»

Pippi Langstrumpf

 

Wenig selbstbewusste Kinder ziehen sich in neuen oder mehrdeutigen Situationen oft zurück, stärker, als es nötig wäre, sagt Orth. «Generell zeigen Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl mehr Vermeidungsverhalten, sind also bei Kontakten zurückhaltender und scheuen sich eher, Herausforderungen im Beruf oder im Sozialen anzunehmen. » 

 

Auch Maurice, der Junge aus unserem Beispiel, kennt das. Vor einer neuen Situation hat er Bauchweh und möchte am liebsten zu Hause bleiben. Anastasia dagegen hat viele unbekannte Situationen erlebt und diese gut gemeistert. Was lief bei ihr anders? «Es gibt viele Persönlichkeitsfaktoren, die beeinflussen, wie Menschen mit schwierigen Situationen oder Scheitern zurechtkommen», erklärt Orth. «Entscheidend ist die Selbstwirksamkeitsüberzeugung, also die Erwartung, bestimmte Situationen meistern zu können, selbst wenn man noch nicht weiss, wie. »

 

Aber auch das Selbstwertgefühl hat einen Einfluss. Wer seine Selbstachtung zu sehr auf externe Faktoren stützt, etwa Erfolg im Beruf, den wird es sehr belasten, wenn er in diesem Bereich scheitert. Menschen, die ihren Selbstwert aus mehreren Quellen beziehen, können besser mit Situationen umgehen, in denen in einem wichtigen Lebensbereich ein Misserfolg eintritt.

 

Weitere Grössen, die das Selbstwertgefühl des Kindes stärken können, sind Lob und Anerkennung. Kinder, die Angst vor schlechten Noten haben, können nicht stressfrei in eine Prüfungssituation gehen und erzielen daher voraussichtlich schlechtere Ergebnisse. 

 

Eltern und Pädagogen können diese Angst reduzieren, indem sie das Selbstwertgefühl des Kindes stärken. Der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie ist überzeugt, dass Feedback ein sehr mächtiges Mittel ist, den Selbstwert eines Kindes zu stärken. «Falsche Antworten sind nicht schlimm, sondern helfen beim Lernen. Allerdings konzentriert sich die Schule zu oft auf negatives Feedback. Wenn jemand gut war, erhält er keine Rückmeldung», so Hattie.

 

Tatsächlich hat authentisches Loben einen positiven Effekt auf den Selbstwert. Dies fand der Psychologe Eddie Brummelman von der Universität Amsterdam heraus. Er untersuchte in einem Experiment den Zusammenhang von Lob und Selbstvertrauen. Seine Ergebnisse zeigen, dass das Selbstvertrauen gestärkt wird, wenn man Kinder eher für ihre Bemühungen und Strategien lobt anstatt für ihre Erfolge: «Da hast du aber ein schönes Blau für dein Bild ausgewählt!» Dann zweifeln sie nicht an ihren Fähigkeiten, sondern probieren es trotz mancher misslungener Versuche immer wieder. Und sie wählen eher schwierige Herausforderungen als leichte Aufgaben. Es kommt ganz darauf an, wie gelobt wird, schreibt Brummelman auf der Fach-Website behavioralscientist.org.

 

Wie stützt man Kinder mit weniger Selbstbewusstsein?

 

Und was können Eltern eines wenig selbstbewussten Kindes im Alltag tun? «Zunächst einmal geht es darum, herauszufinden, was ein Kind besonders gut kann, also die Stärken zu betonen, statt auf den Schwächen herumzureiten», erklärt Basil Eckert, leitender Schulpsychologe des Kantons Schwyz. 

 

«Eltern können sich überlegen, welche positiven Charaktereigenschaften es hat und was es besonders interessiert. Diese Stärken gilt es zu loben und zu fördern. Vielleicht blüht es mit einem bestimmten Hobby, im Sportverein oder in der Musik auf. So erleben Eltern ihr Kind auch wieder von einer anderen, selbstbewussteren Seite. »

 

Raphaela und Marcel wünschen sich, dass ihre Kinder ihre Talente voll entfalten können. Ihre Geschichte lesen Sie im Dossier des Printmagazins 12/19.

  

Möchte man Kinder nachhaltig stärken, empfiehlt die Psychologin Sarah Zanoni Eltern, regelmässig mit ihrem Kind über seine Stärken zu sprechen.  Seien Sie gewiss: Der Fortschritt kommt mit der Übung. Das Ziel ist, sich als wertvoll anzuerkennen. Das klingt leicht, ist aber schwer, denn entsprechende Glaubenssätze wie «Ich werde diese Aufgabe nicht lösen können» oder «Die anderen haben keine Lust, mit mir Zeit zu verbringen» wurden über Jahre hinweg antrainiert. 

 

Doch glücklicherweise steht uns im Ringen mit den Selbstzweifeln unsere gesamte Entwicklung zur Seite. Denn «das durchschnittliche Selbstwertgefühl steigt ab der Jugend kontinuierlich an und erreicht im Alter von etwa 60 bis 70 Jahren seinen Höhepunkt», so Ulrich Orth.

 

Um psychische Gesundheit zu erhalten oder zu erlangen, empfehlen Experten, ebenso «Selbstmitgefühl» einzusetzen. Die australische Psychologin Sarah L. Marshall fand in einer Studie mit 2500 Jugendlichen heraus, dass die negativen Effekte eines niedrigen Selbstwertgefühls abgemildert werden können, wenn man sich selbst in Krisen mitfühlend, mit Verständnis begegnet. Das sei deswegen eine so gute Nachricht, weil es einfacher sei, bei Menschen das Selbstmitgefühl zu steigern als das Selbstwertgefühl.

 

Hat Ihr Sohn oder Ihre Tochter also irgendwann Zweifel an sich selbst, können Sie sein beziehungsweise ihr Mitgefühl stärken. Erkennen Sie an, was ist: «Das ist jetzt einfach eine schwierige Situation», «Das tut weh!» oder «Das ist echt blöd gelaufen». Und fragen Sie dann: «Was würde dir jetzt gerade guttun?» 

 

Machen Sie zusammen eine Pause. Atmen Sie durch. Schreiben Sie auf, was das Kind besonders gefreut hat oder worauf es stolz war. Und bleiben Sie dran. Wohlwollen zu kultivieren, braucht Zeit.

 

 

Claudia Landolt liebt es, sich bei ihren Recherchen durch meterweise Wissenschaftsliteratur zu lesen. Als Mutter von vier Schulkindern und Yogalehrerin ist ihr das Thema Selbstliebe besonders nah.